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Beate
Fritzsching (Schauspielerin, Akrobatin, Yoga-Lehrerin)
über Felix Sauer
Gibt man Felix eine Struktur, dann nimmt er diese gerne an und
fügt sich mit seiner künstlerischen Arbeit ein. Dies gilt
besonders im kommerzielleren sowie im Film- und Fernsehbereich.
Ist für ihn ein freies Arbeiten möglich und gibt es keine
klaren Vorgaben, dann hat er folgende Intentionen und Ideale:
Felix ist geprägt durch seine anfängliche Theater- und
Schauspielerfahrungen in England, seine intensive Arbeit mit Kindern,
das Musicalgenre, integratives Theater - welches Bewegung, Gesang
und Sprache verbindet - und seine kurze, beeindruckende Arbeit mit
Clowneriemeister Philippe Gaulier. Durch diese Erfahrungsmixtur,
verbunden mit seiner Liebe zur Geige und Gesellschaftstanz, erlangt
er die Einsicht, dass Theater, anders als bei Film und Fernsehen,
für ihn ein extrem organischer Prozess mit einem vorher nicht
absehbaren Resultat ist. Wenn man so will, eine in jeder Produktion
immer wieder neu erlebte kreative Erfahrung.
Das ständige Bestreben nach Sicherheit und Ansagen ist ihm
bewusst. Der Wunsch eines vorab definierten Resultat – ähnlich
wie ein Bild, wo der Darsteller seinen vorbestimmten Platz bekommt
und einfach nur eingeflochten wird – diktiert oft den künstlerischen
Weg. In seinen kreativen Arbeiten geht er jedoch gern den sich direkt
aus der Situation ergebenden statt den vorbestimmten Weg. Hierbei
steht nicht zwangsläufig die maximale Freiheit des jeweiligen
Künstlers im Vordergrund, um seinen Bedürfnissen, Ängsten
und Bequemlichkeiten entgegen zu kommen. Es geht hauptsächlich
um größtmögliche Kreativität und Gemeinsamkeiten,
sowie einen stilgetreuen Weg.
Ausschlaggebend für ihn ist hierbei der „Complicité“-Faktor.
Eine immer wieder getroffene Vereinbarung bzw. Übereinstimmung
zum gemeinsamen Spielen (siehe Wörterbuch).
Wie Theatre de Complicité feststellt, ist es mehr als nur
eine Theatermachart. Es ist eine Einstellung. Wenn ein gemeinsames
Abenteuer ins Unbekannte beginnt, dann ist alles möglich. Es
ist das Resultat eines außerordentlich breit gefächerten
und sich ständig verändernden Arbeitsspektrums.
Nimmt man das Englische Wort für Theaterstück play, dann
liegt Ursprung und Doppeldeutung nah. Theatermachen und Kreativität
hat ultimativ mit „Spielen“ zu tun. Auch im Deutschen
ist dies in „Schau-Spieler“ leicht zu erkennen. Offensichtlich
und simpel, trotzdem ein nicht immer unsteiniger Weg. Für Felix
ist das spielerische Element die Basis einer jeden künstlerischen
Arbeit, die für ihn im leeren Raum beginnt.
Das Bild eines sich auf offenem Meer zusammensetzenden Floßes,
dessen Reise und Ziel unbekannt ist, spiegelt für ihn die Bedeutung
von Theatermachen. Das Entstehen von Kreativität durch und
in einem leeren Raum; ohne Zielvorgabe und vorgefertigten Vorstellungen.
Wenn Kommerz, TV und Film auch andere Erarbeitungsgrundlagen und
Gesetzmäßigkeiten hat, gilt es dort dennoch, maximale
Kreativität im strenger abgesteckten Rahmen zu erlangen.
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