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 Rainer Maria Rilke    Philippe Gaulier
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn, und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.
 
Theater ist so ernst, wie das Spiel eines Kindes.

Hört man mal auf, sich selber so verdammt ernst zu nehmen – ist man frei mit Freude zu spielen.

Seinen eigenen Clown, eine einzig-artige, komische und nicht intelligente Figur zu finden, ist ein bedeutender Augenblick im Leben eines Schauspielers. Allein das große Vergnügen auf der Bühne zu sein, die kindliche Begeisterung, der Spaß … retten ihn und die Show.

Ist die Freude auf der Bühne bleiben zu dürfen riesig und wird der Spaß am Spiel immer größer, wird ihm fast alles vergeben. Ist der Spaß jedoch nicht groß genug, sieht der Clown aus wie einer, der sich für sein Schlechtsein schämt, dann wird ihn einfach keiner lieben.

(Gaulier zum Thema: „Weinen auf der Bühne“ – im Gegensatz zum Ansatz von Stanislawski): Der Schauspieler sollte weinen, wenn es in einem bestimmten Moment der Geschichte dient, die er erzählt. Überrascht er sein Publikum völlig, sind seine Tränen gelungen, jedoch sollte er sich niemals auf seine eigene persönliche Trauer in der Vergangenheit berufen, sondern immer Spaß am Erzählen einer Geschichte haben. Ist es überhaupt möglich mit Freude zu weinen? Ein paar einfühlsame Menschen machen es tagtäglich.

   
 Peter Brook  

Wir machen aus Dirigenten einen Persönlichkeitskult, aber sind wir uns der Tatsache bewusst, dass er die Musik eigentlich gar nicht macht, sondern dass die Musik ihn macht – wenn er entspannt, offen und eingestimmt ist, dann wird das Unsichtbare ihn in Besitz nehmen; durch ihn wird es uns erreichen.

(„The Empty Space“ – hier übersetzt von Felix Sauer).

 
   
 Antoine de Saint-Exupéry  

„Adieu“, sagte der Fuchs. „Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. (Der Kleine Prinz)

 
 
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